Tipps und Tricks: Mondfinsternis und Blutmond fotografieren

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Immer wieder kann man in Deutschland, Europa oder anderen Teilen der Welt eine Mondfinsternis erleben. Wir gehen in folgendem Artikel auf alle wissenswerten Fakten zum Blutmond ein und erläutern, wie sich dieses Ereignis am besten ablichten lässt. Unter anderem informiert dieser Artikel über das richtige Objektiv und die optimalen Aufnahme-Einstellungen.

Was ist eine Mondfinsternis überhaupt?

Bei einer Mondfinsternis befindet sich die Erde genau zwischen der Sonne und dem Mond und verdeckt letzteren vollständig oder teilweise. Dadurch fällt kaum mehr Sonnenlicht auf den Mond, den wir wegen der Beleuchtung durch die Sonne normalerweise gelblich bis weiß wahrnehmen. Bei einem nur teilweise von der Erde verdecktem Mond spricht man von einer partiellen Mondfinsternis, bei der vollständigen Verdeckung handelt es sich um eine totale Mondfinsternis. Gut zu wissen: Eine Mondfinsternis kann nur auftreten, wenn gerade Vollmond ist.

Wie entsteht ein Blutmond?

Ein Blutmond ist nur möglich, wenn es eine totale Mondfinsternis gibt und die Sonne, Erde sowie der Mond genau auf einer Achse liegen. In diesem Fall wird der Mond nur noch durch “Restlicht” angestrahlt. Dabei handelt es sich um von der Erdatmosphäre gebrochenes Licht mit einer vergleichsweise langen Wellenlängen (kurzwelliges Licht erreicht den Mond nicht mehr). Dieses nehmen wir als Orange oder Rot wahr, weshalb der Mond in diesem Licht erstrahlt.

Wann werden die nächste Mondfinsternis und der nächste Blutmond zu sehen sein?

Die nächste partielle Mondfinsternis ist in Deutschland bzw. Mitteleuropa am 28. Oktober 2023 zu sehen.

Die nächste totale Mondfinsternis ist in Deutschland bzw. Mitteleuropa am 14. März 2025 zu sehen.

Wie fotografiert man eine Mondfinsternis oder einen Blutmond am besten?

Grundsätzlich muss bei der Aufnahme einer Mondfinsternis oder eines Blutmondes zwischen zwei unterschiedlichen Aufnahmezielen entschieden werden. Zum einen ist es möglich, nur den Mond im Vollbild und sonst nichts aufzunehmen. Zum anderen kann man den Mond in die Landschaft passend “einbetten”.

Den Mond bildfüllend ablichten

Wer den Mond alleine und möglichst groß aufnehmen möchte, sollte natürlich über ein Objektiv mit möglichst langer Brennweite verfügen. Für bildfüllende Aufnahmen werden viele hundert Millimeter Brennweite benötigt, diese Objektive besitzen nur wenige Fotografen. Ab etwa 300 mm lassen sich aber schon ganz ordentliche Bilder aufnehmen, schließlich steht bei modernen Kameras meistens eine recht hohe Auflösung zur Verfügung. Dadurch lassen sich Bilder stärker zuschneiden, ohne dass die Aufnahmen sofort stark pixelig werden. Eine längere Brennweite ist natürlich immer besser, wir würden daher mindestens 400 mm (besser noch mehr) empfehlen.

Da der Mond bei einer Mondfinsternis deutlich dunkler als bei Vollmond ausfällt, sollte mit der größtmöglichen Öffnung (= Offenblende) fotografiert werden. Da geht am einfachsten im Fotoprogramm Blendenvorwahl = “A” (teilweise auch “Av” genannt) oder im manuellen Modus “M”. Die gewählte Belichtungszeit und die Sensorempfindlichkeit (= ISO) kann man die Kamera automatisch einstellen lassen, wobei die Sensorempfindlichkeit auch vom Kameramodell abhängt. Bei Kompaktkameras sind höhere Sensorempfindlichkeit als ISO 800 meistens mit erheblichen Qualitätseinbußen verbunden, bei Spiegelreflex- oder spiegellosen Systemkameras lassen sich auch ISO 1.600 oder ISO 3.200 oftmals noch gut verwenden. Die Belichtungszeit sollte bei Aufnahmen von einem Stativ bei mindestens 1/50 Sekunde liegen, bei Aufnahmen aus der Hand sind abhängig von der Brennweite noch kürzere Zeiten notwendig.

Wichtig: Da die Belichtungsautomatik der Kamera bei kürzeren Brennweiten den Mond teilweise viel zu hell abbildet, sollte die Belichtung spätestens nach der Aufnahme überprüft und sofern notwendig angepasst werden. Wer im JPEG-Format fotografiert, sollte zudem versuchen, den Weißabgleich optimal einzustellen.

Den Mond in die Landschaft einbetten

Wer kein Objektiv mit langer Brennweite besitzt oder ein anderes Bild als ein klassisches Mondfoto aufnehmen möchte, kann versuchen, den Mond optimal in die Landschaft einzubetten. Hierfür reicht ein Standardzoom mit klassischem Brennweitenbereich (etwa 24 bis 70mm) meistens vollkommen aus. Die Blende des Objektivs sollte bei F4, F2,8 oder größer (= kleinere Zahl) liegen.

Die Belichtung des Bildes sollte hierbei natürlich nicht nur auf den Mond abgestimmt sein, sondern auch auf den Rest des Motivs. Da das Bild dabei möglicherweise starke Helligkeitsunterschiede besitzt, kann es sich anbieten, den HDR-Modus zu verwenden oder mehrere Bilder mit unterschiedlicher Helligkeit aufzunehmen und diese am Computer zu verrechnen. Grundsätzlich sollte dabei beachtet werden, dass der Mond nicht zu hell aufgenommen wird und somit nicht ausbrennt. Einen etwas zu dunkel aufgenommenen Mond kann man etwas aufhellen, ein ausgebrannter Mond lässt sich kaum oder gar nicht mehr in der Helligkeit korrigieren.

 

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