Weitwinkel- und Fisheyekonverter

Eine kürzere Brennweite dank Weitwinkelkonverter

Weitwinkelkonverter werden eingesetzt, um die Brennweite eines Objektivs zu verkürzen. Zu diesem Zweck wird er optische Aufbau um weitere Linsen ergänzt, Die zusätzlichen optischen Elemente haben neben der Brennweite auch einen Einfluss auf die Bildqualität, dies ist beim Einsatz eines Weitwinkelkonverters unbedingt zu bedenken.

Vorsatzkonverter

Vorsatzkonverter werden vor das Objektiv gesetzt und normalerweise über das Filtergewinde befestigt. Diese Lösung muss zwingend bei Kameras mit fest verbautem Objektiv (Beispiel: Fujifilm WCL für die X100-Kameras) genutzt werden, sie kommt aber auch bei Wechselobjektiven zum Einsatz. Ein Beispiel hierfür ist der SEL075UWC von Sony. Dieser wurde speziell für den Einsatz mit dem Sony FE 28mm F2.0 entwickelt und sorgt zusammen mit dem Weitwinkelobjektiv für eine Brennweite von 21mm. Die Brennweite wird also um den Faktor 0,75 (28mm zu 21mm) verkürzt. Des Weiteren hat Sony den VCL-ECU2 im Angebot. Dieser lässt sich mit den Modellen Sony E 16mm F2.8 und Sony E 20mm F2.8 kombinieren. In beiden Fällen wird die Brennweite ebenfalls um den Faktor 0,75 verkürzt. Das Sony E 16mm F2.8 deckt daher eine Brennweite von 12mm ab, das Sony E 20mm F2.8 von 16mm.

Das Sony FE 28mm F2 mit dem SEL 075UWC (Bildquelle: Sony)

Focal Reducer

Focal Reducer sind auch als Telekompressoren oder SpeedBooster (Markenname des Herstellers Metabones) bekannt und verkürzen die Brennweiten ebenfalls. Statt vor dem Objektiv sitzen sie wie herkömmliche Telekonverter allerdings zwischen dem Objektiv und der Kamera. Als Besonderheit verkürzen Focal Reducer nicht nur die Brennweite, gleichzeitig erhöhen sie auch die Lichtstärke. Dies funktioniert allerdings nur, wenn ein Objektiv genutzt wird, das einen größeren Bildkreis als vom Sensor benötigt ausleuchtet. An APS-C-Kameras lassen sich Focal Reducer beispielsweise mit einem Kleinbild-Objektiv kombinieren. In diesem Fall kann mit einem 0,71-fach Focal Reducer die Brennweite um den Faktor 0,71 reduziert und die Lichtstärke um eine Blende erhöht werden. Aus einem 50mm-Objektiv mit Blende F1.4 würde somit ein 35mm-Objektiv mit Blende F1 werden. Durch den Cropfaktor der APS-C-Kameras von 1.5 ergibt sich in der Praxis das äquivalente Bild eines 53mm-Objektivs mit Blende F1 (Schärfentiefe wie bei F1.4).

Speedbooster der Firma Metabones gehören zu den bekanntesten Focal Reducern (Bildquelle: Metabones)

Die Bildqualität ist entscheidend

Wie Telekonverter wirken sich auch Weitwinkelkonverter auf die Bildqualität aus. Durch die zusätzlichen Linsen können unter anderem zusätzliche Abbildungsfehler sichtbar werden oder kann die Bildschärfe deutlich zurückgehen. Das ist gerade bei einfachen und günstigen Modellen der Fall, diese sorgen am Rand oftmals für eine schlechtere Bildqualität.

Unsere Empfehlung: Weitwinkel- und Fisheyekonverter sind aus unserer Sicht nur eine Notlösung. Sofern möglich sollte deren Einsatz vermieden werden. Während bessere Konverter, die es allerdings kaum gibt, ein recht hochwertiges optisches Design besitzen und für spezielle Objektive angepasst sind, lassen sich einfache Konverter mit vielen Objektiven kombinieren. Das kann nichts werden, chromatische Aberrationen und unscharfe Bildränder sind hier vorprogrammiert. Gute (Ultra-)Weitwinkelobjektive lassen sich teilweise schon für 400 Euro erwerben, Fisheye-Objektive gibt es für noch weniger Geld. Wer kein allzu hohes Budget besitzt, sollte nach Objektiven von Drittherstellern schauen. Vor allem bei Fisheye-Objektiven gibt es oftmals sehr günstige Angebote.

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