Reinigung, Lagerung und Transport

Objektive richtig reinigen und aufbewahren

Objektive sind in der Regel keine günstigen Angelegenheiten, man möchte daher möglichst lange Freude daran haben. Damit dies möglich ist, sollte man ihnen die nötige Aufmerksamkeit zukommen lassen. Sie also richtig reinigen, lagern und transportieren. Grundsätzlich gilt: Alle Arbeiten erfolgen auf eigene Gefahr, den gesunden Menschenverstand sollte man grundsätzlich nie ausschalten.

Wie reinigt man Objektive am besten?

Objektive können unter anderem Staub, Dreck oder Wasser (in kleinen Mengen) ausgesetzt sein. Während teure Objektive spezielle Abdichtungen besitzen und ihr Einsatz auch in staubigen Umgebungen oder bei leichtem Regen kein Problem darstellt, sollten einfachere Modelle so gut wie möglich von diesen Einflüssen ferngehalten werden. Wasser kann unter anderem zur Korrosion der Technik im Inneren führen, Schmutz und Staub können die Mechanik negativ beeinflussen oder zu Schäden an den Linsen führen.

Schritt 1: Die Trockenreinigung

Staub und leichte oberflächliche Verschmutzungen können am besten mit einem Blasebalg oder einem weichen Pinsel entfernt werden. Zudem lassen sich auch weiche Mikrofasertücher verwenden. Bei den Linsen ist allerdings Vorsicht geboten, schon kleine Staubkörner können zum Verkratzen der oberen Glasschichten und der Vergütung führen. Für die Linsen und die anderen Gehäuseteile bietet es sich daher an, zwei unterschiedliche Tücher zu verwenden. Alternativ sollten Tücher vor dem Einsatz auf Schmutzreste überprüft werden. Vom Einsatz von Druckluft ist aus unserer Sicht grundsätzlich abzuraten, diese könnte mit anderen Stoffen verunreinigt sein und lässt sich zudem nur schwer dosieren. Für schlecht zu erreichende Bereiche eignen sich beispielsweise Wattestäbchen mit einer weichen Oberfläche, zu starkes reiben sollte jedoch vermieden werden.

Schritt 2: Die “Nassreinigung”

Hat man die gröbsten Verschmutzungen entfernt, kann man sich um die Feinarbeit kümmern. Dafür eignen sich Mikrofasertücher, spezielle Reinigungsflüssigkeiten oder sogenannte Reinigungsstifte (Lenspens). Letztere verfügen meistens über zwei Reinigungswerkzeuge, was sie zu einem idealen Begleiter für unterwegs macht. Neben einem Pinsel gibt es bei Reinigungstiften eine Filzoberfläche mit speziellem Kohlenstoff-Pulver. Dieses erlaubt unter anderem das Entfernen von Fett auf den Linsen.

Gut zu wissen: Bei der Reinigung der Linsen sollte nicht nur an die Frontlinse gedacht werden, auch die Rücklinse kann verschmutzt sein.

In der Praxis sind all diese Ratschläge zwar hilfreich, lassen sich jedoch nicht immer umsetzen. Wenn es schnell gehen muss und man nichts dabei hat, stellt das Anhauchen der Linsen und das Reinigen mit einem T-Shirt oftmals die einzige Möglichkeit dar. Perfekt ist diese Lösung nicht, nach vielen Einsätze meinen wir jedoch: das ist nicht weiter problematisch. Zumindest solange man wirklich darauf achtet, dass ein sauberes Stück Stoff verwendet wird und alle Staub- und vor allem Sandkörnchen von den Linsenoberfächen vor dem Reiben entfernt wurden.

Wie lagert man Objektive am besten?

Objektive nutzt man meistens viele Jahre, trotzdem stehen sie die meiste Zeit nur “herum”. Für die Lagerung suchen sich Fotografen am besten einen Ort, der trocken und staubfrei ist. Eine staubfreie Umgebung erlaubt den sofortigen Einsatz ohne zusätzliche Reinigungen, eine trockene Umgebung verhindert den Befall der Linsen mit dem gefürchteten Glaspilz. Dieser kann Linsen zerstören und sich von einem auf weitere Objektive ausbreiten. Es gilt daher: Befallene Objektive nie zusammen mit anderen Objektiven lagern!

Was bedeutet nun trocken lagern? Damit meinen wir die Lagerung in einem Raum mit normaler Luftfeuchtigkeit: also kein Badezimmer, keine Küche und keine Kellerräume. Ein einfacher Schrank reicht völlig aus, gleichmäßige Temperaturen sind außerdem optimal. In der prallen Sonne lässt man Objektive besser nicht für eine längere Zeit stehen, Wärme und Licht kann unter anderem die oftmals vorhanden Gummierungen schneller brüchig werden lassen. Für die perfekte Lagerung ist außerdem zu empfehlen, den Front- und den Rückdeckel aufzuschrauben.

Sofern ein Objektiv nass geworden ist, sollte dieses “sanft” getrocknet werden. Dafür lässt sich zum Beispiel Silica-Gel verwenden. Grundsätzlich bietet es sich zudem an, ein paar Beutel mit Silica-Gel in der Nähe der Objektive zur Reduktion der Luftfeuchtigkeit aufzubewahren.

Wie transportiert man Objektive am besten?

Objektive sind Gegenstände, bei deren Fertigung eine äußerst hohe Präzision benötigt wird. Da versteht es sich von selbst, dass sie keinen stärkeren Stößen oder anderen Belastungen ausgesetzt werden sollten. Bei einigen Objektiven liefern die Hersteller gepolsterte Objektivköcher mit, in einem Fotorucksack/in einer Fototasche sind Objektive in der Regel durch dicke Polster geschützt. Schäden lassen sich damit nicht ausschließen, aber doch deutlich minimieren. Aufgesetzte Front- und Rückdeckel können die Linsen vor Staub, Verschmutzungen oder Kratzern schützen. Ist das Objektiv an der Kamera montiert, bietet sich das Aufstecken der Gegenlichtblende an. Diese stellt einen Schutz für die Frontlinse dar und kann Stöße eventuell abfedern. Das zeitweilige Reinigen des Fotorucksacks/der Fototasche oder der Objektivköcher hilft dabei, Staub und anderen Schmutz von den Objektiven fernzuhalten.

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