Der große Vergleich: Standardzooms für Nikon Z-Kameras (Kleinbild)

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Einführung

Keine Objektivklasse wird von Fotografen häufiger verwendet als die Standardzooms. Dafür gibt es natürlich gute Gründe. Standardzooms lassen sich flexibel einsetzen, die Brennweitenbereiche decken mit dem Weitwinkel- bis leichten Telebereich viele Aufnahmesituationen ab. Die Klasse der Standardzooms ist allerdings keineswegs homogen, es gibt große Abweichungen. Einige Modelle sind klein und kompakt, andere groß und schwer. In diesem Artikel vergleichen wir alle Standardzooms, die sich aktuell (Stand: Frühjahr 2021) für spiegellose Kleinbildkameras von Nikon mit dem Z-Bajonett erwerben lassen.

Ein kurzer Überblick über die Standardzooms

Das Z-Bajonett und die Kameras sowie Objektive der Z-Serie hat Nikon der Öffentlichkeit 2018 vorgestellt. Zu Beginn ließen sich nur wenige Modelle erwerben, im Laufe der Zeit hat Nikon das Angebot jedoch stark erweitert. Das erste Standardzoom erschien 2018 mit dem Nikkor Z 24-70mm F4 S. Angekündigt wurde es zusammen mit der Nikon Z 6 und Z 7. 2019 brachte Nikon das lichtstarke Nikkor Z 24-70mm F2.8 S auf den Markt, 2020 folgte zusammen mit der Nikon Z 5 das kompakte Nikkor Z 24-50mm F4-6.3. Dritthersteller bieten mit Z-Bajonett aktuell noch keine Standardzooms an, das dürfte sich zukünftig aber vermutlich ändern.

Das Nikkor Z 24-70mm F4 S wurde als erstes Standardzoom vorgestellt, Bildquelle: Nikon

Alle Vergleichsmodelle

Die Objektive im direkten Vergleich

ObjektivNikkor Z 24-50mm F4-6.3Nikkor Z 24-70mm F4 SNikkor Z 24-70mm F2.8 S
BajonettNikon ZNikon ZNikon Z
Maximale SensorgrößeKleinbildKleinbildKleinbild
Brennweite24 bis 50mm24 bis 70mm24 bis 70mm
Brennweite (APS-C)36 bis 75mm36 bis 105mm36 bis 105mm
Zoomfaktor2,12,92,9
BlendeF4 bis F6.3F4F2.8
kleinste BlendeF22 bis F36F22F22
Blendenlamellen7 (abgerundet)7 (abgerundet)9 (abgerundet)
Linsen111419
Gruppen101115
Bildstabilisatorneinneinnein
AutofokusmotorSTMSTMSTM
AF/MF-Schalterneinjaja
Naheinstellgrenze35cm30cm38cmc
Größter Abbildungsmaßstab1:5,91:3,31:4,5
Filtergewinde52mm72mm82mm
Wettergeschütztjajaja
Größe74 x 51mm78 x 89mm89 x 126mm
Gewicht195g500g805g
UVP479,00 Euro1.099,00 Euro2.499,00 Euro
Vorstellungsdatum
07/202008/201802/2019

Unterschied Nummer eins: Die Brennweite

Was die Brennweite anbelangt gibt es von unseren drei Kandidaten nur wenige Unterschiede zu berichten. Das Nikkor Z 24-70mm F4 S und das Nikkor Z 24-70mm F2.8 S decken einen Brennweitenbereich von klassischen 24 bis 70mm ab, das Nikkor Z 24-50mm F4-6.3 kommt am langen Ende auf etwas geringere 50mm. In der Praxis haben sich 24mm bis 70mm als sehr guter Bereich herausgestellt, damit lassen sich viele Situationen abdecken.

Egal ob bei Landschaftsaufnahmen, Städtetrips oder Porträts – eine passende Brennweite hat man immer dabei. Für letztere Aufnahmen eignet sich das Nikkor Z 24-50mm F4-6.3 nur noch eingeschränkt, von der klassischen Porträtbrennweite (85mm) ist man damit doch schon weit weg. Wer etwas weiter entfernte Motive vergrößern möchte, wird mit 50mm zudem kaum zufrieden sein.

Unterschied Nummer zwei: Die Lichtstärke

In diesem Vergleich sind drei Objektive mit unterschiedlichen Blendenöffnungen vertreten. Das Nikkor Z 24-50mm F4-6.3 besitzt die von klassischen Kitobjektiven bekannte abfallende Lichtstärke, die beiden 24-70mm-Modelle haben eine durchgängige Lichtstärke zu bieten. Einmal von F2.8 und einmal von F4. Das Nikkor Z 24-50mm F4-6.3 eignet sich mit seiner Blendenöffnung von F4 bis F6.3 vor allem für Aufnahmen bei guten Lichtverhältnissen, bei längeren Brennweiten werden schnell höhere ISO-Werte benötigt. Das Nikkor Z 24-70mm F4 S leistet bei guten bis akzeptablen Lichtverhältnissen gute Dienste, mit dem Nikkor Z 24-70mm F2.8 S kommt man auch bei schlechteren Lichtverhältnissen aus.

Das Nikkor Z 24-70mm F2.8 S hat jede Menge Bedienelemente zu bieten, Bildquelle: Nikon

Unterschied Nummer drei: Die Ausstattung

Die Ausstattung der Objektive in diesem Vergleich fällt sehr unterschiedlich aus. Beim kompakten und leichten Nikkor Z 24-50mm F4-6.3 ist zu den Features die Abdichtung zu zählen, zudem lässt sich der Fokusring mit anderen Einstellungen belegen. Gleiches gilt für das Nikkor Z 24-70mm F4 S, hier steht zudem ein Schalter für den Fokusmodus zur Verfügung. Besitzer des Nikkor Z 24-70mm F2.8 S können diesen ebenso nutzen. Daneben besitzt das lichtstarke Standardzoom einen konfigurierbare Fn-Taste, einen ebenfalls konfigurierbaren dritten Einstellring sowie ein OLED-Display. Dieses informiert im Einsatz über die Fokusentfernung oder auch die Blende.

Die Objektive im Größenvergleich, Bildquelle: Nikon

Unterschied Nummer vier: Größe und Gewicht

Die unterschiedlichen Brennweiten und Lichtstärken wirken sich natürlich auf die Abmessungen und das Gewicht aus. Das Nikkor Z 24-50mm F4-6.3 fällt mit 74 x 51mm extrem kompakt aus, es bringt zudem nur 195g auf die Waage. Eine ganze Ecke größer ist das Nikkor Z 24-70mm F4 S mit 78 x 89mm, das Nikkor Z 24-70mm F2.8 S kommt sogar auf 89 x 126mm. Beim Nikkor Z 24-50mm F4-6.3 und dem Nikkor Z 24-70mm F4 S konnte Nikon die Abmessungen durch einen Einzugsmechanismus und eine Parkposition realisieren, diese lässt sich allerdings nur während des Transports und nicht im Einsatz einnehmen. Die deutlich höhere Lichtstärke wirkt sich auch auf das Gewicht aus. Mit 805g bringt das Nikkor Z 24-70mm F2.8 S viermal so viel wie das Nikkor Z 24-50mm F4-6.3 auf die Waage, das Nikkor Z 24-70mm F4 S wiegt 500g.

Die Bewertung

Nikkor Z 24-50mm F4-6.3

Bewertung Bildqualität: 4.5 out of 5 stars (4,5 / 5)

Gesamtwertung: 4 out of 5 stars (4 / 5)

Preis-Leistungs-Verhältnis: 4 out of 5 stars (4 / 5)

Pro Contra
Gute bis exzellente Bildqualität Starke Vignettierung
Schneller und leiser Autofokus Kunststoffbajonett
Abgedichtetes Gehäuse
Sehr klein und leicht

 

Nikkor Z 24-70mm F4 S

Bewertung Bildqualität: 4.5 out of 5 stars (4,5 / 5)

Gesamtwertung: 4.5 out of 5 stars (4,5 / 5)

Preis-Leistungs-Verhältnis: 4 out of 5 stars (4 / 5)

Pro Contra
Sehr gute bis exzellente Bildqualität Starke Vignettierung
Schneller und leiser Autofokus
Abgedichtetes Gehäuse

Nikkor Z 24-70mm F2.8 S

Bewertung Bildqualität: 4.5 out of 5 stars (4,5 / 5)

Gesamtwertung: 4.5 out of 5 stars (4,5 / 5)

Preis-Leistungs-Verhältnis: 3.5 out of 5 stars (3,5 / 5)

Pro Contra
Sehr gute bis exzellente Bildqualität Starke Vignettierung
Schneller und leiser Autofokus
Sehr hochwertiges Gehäuse mit Abdichtungen

 

Das Objektiv-Berater.de-Fazit:

Nikon bietet für seine spiegellosen Z-Kameras mit Kleinbildchip aktuell drei Standardzooms an. Alle drei richten sich an unterschiedliche Zielgruppen und verfügen daher über unterschiedliche Features. Das Nikkor 24-50mm F4-6.3 ist richtig klein und leicht, in der Fototasche nimmt es kaum Platz weg. Dass ein derartiges Modell weder einen großen Brennweitenbereich noch eine hohe Lichtstärke besitzen kann, sollte jeder verstehen. Man bekommt jedoch durchaus eine im Alltag praxistaugliche Optik. Punkten kann das Standardzoom zudem mit einem schnellen und leisen Fokusmotor sowie Abdichtungen. Letztere Features fehlen ebenso weder beim Nikkor Z 24-70mm F4 S noch beim Nikkor Z 24-70mm F2.8 S. Mit 24 bis 70mm Brennweite haben beide Modelle zum einen größeren Brennweitenbereich zu bieten.

Das Profi-Standardzoom für Nikon Z: Nikkor Z 24-70mm F2,8 S, Bildquelle: Nikon

Zum anderen sind sie lichtstärker. Wer auch bei wenig Licht fotografieren möchte, sollte zum Nikkor Z 24-70mm F2.8 S greifen, durchgängig F2.8 sind ein Wort. Mit der Offenblende von F4 des Nikkor Z 24-70mm F4 S kommt man oft gut aus, für häufige Available Light-Aufnahmen ist das Zoom aber natürlich nichts. Das Nikkor Z 24-70mm F4 S sehen wir als guten Kompromiss aus Preis, Leistung und Größe bzw. Gewicht. Wer ein solides Standardzoom sucht und mit F4 auskommt, erhält ein insgesamt sehr ansprechendes Objektiv. Das Nikkor Z 24-70mm F2.8 S richtet sich an Fotografen, die in puncto Leistung keine Kompromisse eingehen möchten. Neben der Lichtstärke spricht für die Optik auch die top Bildqualität und der bereits erwähnte schnelle und leise Autofokus. Die Verarbeitung lässt keine Wünsche offen, zahlreiche Bedienelemente sorgen für einen hohen Aufnahmekomfort. Dieses Paket hat natürlich auch seinen Preis: Damit meinen wir nicht nur die hohen Anschaffungskosten, sondern auch das stattliche Gewicht und die keinesfalls kleinen Abmessungen.

 

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